200 Jahre Sebastian Kneipp

19. Mai 2021

Zum 200. Geburtstag von Pfarrer Kneipp hat Bürgermeister Dr. Gans zusammen mit den Kneippverein am Denkmal im Kurpark einen Kranz niedergelegt. Im Anschluss daran wurde an der Wassertretstelle im Wiesenbektal ein Sonderstempel zu Ehren von Kneipp eingerichtet.

So hätte sich Pfarrer Sebastion Kneipp seinen Geburtstag sicherlich gewünscht. Von oben kam ein Wasserguss nach dem anderen aus den Wolken. Dennoch ließen sich Bürgermeister Dr. Gans und der Vorstand des Kneippvereins sowie das Stadtmarketing nicht davon abbringen, dem Urheber der Kneippkuren zu gedenken. Am 17. Mai 2021 jährte sich der Geburtstag des berühmten Pfarrers aus Bad Wörishofen zum 200. Mal. Der Vorstand des Kneippvereins in Bad Lauterberg war durch Owe Hönck, dessen Frau Dr. Christine und seine Töchter Petra Schultheis und Dr. Irene Schmidt sowie Fritz Jentzsch und Gudrun Teyke vertreten.

Dr. Gans erinnerte, dass Bad Lauterberg das einzige Kneipp-Heilbad in Niedersachsen ist und schon 1839 eine Kaltwasseranstadt in Bad Lauterberg durch den damaligen Amtsarzt Dr. Ritscher gegründet wurde. Für Bad Lauterberg begann damals die Umorientierung von einem Bergwerksort hin zu einer Gesundheits- und Tourismusdestination. Die Methoden von Kneipp traten ihren Siegeszug nicht nur in Bad Lauterberg, sondern um die ganze Welt an. Nicht umsonst galt Sebastian Kneipp Anfang des 20. Jahrhunderts als einer der bekanntest Deutschen überhaupt.

Owe Hönck erläuterte zunächst den Lebensweg von Pfarrer Kneipp, der am 17. Mai 1821 in Stephansried in Oberschwaben geboren wurde. Er studierte ab 1848 Theologie und wurde Pfarrer. Eine eigene Lungenerkrankung kurierte er mit mehrmaligen Baden in der eiskalten Donau sowie mit kalten Wassergüssen aus. Aufmerksam auf die Heilkraft des Wassers wurde er durch das Buch „Unterricht von Krafft und Würkung des frischen Wassers in die Leiber der Menschen“ von Johann Siegemund Hahn. Bald darauf wand er seine Methoden auch auf andere Patienten an. Z.B. wurden ihm Heilungen von mehreren Dutzend an Cholera erkrankten Menschen zugeschrieben.

Ab 1855 lebte Kneipp im Kloster Wörishofen. Imer mehr Patienten kamen zu ihm und so wurde Wörishofen zum ersten Kneippheilbad. Kneipp wurde in den folgenden Jahren überall in Europa wegen seiner Lehren eingeladen und so ging sein Wahlspruch „Die Natur ist die beste Apotheke“ bald durch die Welt. Die fünf Säulen seiner Lehre sind Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung.

Nach der Kranzniederlegung am Denkmal und dem Verzehr einer Geburtstagstorte wurde im Anschluss im Wiesenbektal an der Wassertretstelle ein Sonderstempel der Harzer Wandernadel eingeweiht. Petra Schultheis sprach dort ein paar Worte zum Gedenken und dankte dem Stadtmarketing für die Idee und die Umsetzung. Owe Hönck war auch der erste, der sich den Sonderstempel in sein Stempelheft sichern konnte. Mögen es noch viele andere ihm gleich tun.

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