DGB feiert wieder den Tag der Arbeit am 1. Mai, Dr. Gans war einer der Redner

01. Mai 2021

Nach einem Jahr Pause, erzwungen durch die Corona-Pandemie, hat der DBG Kreisverband Osterode wieder traditionell den ersten Mai begangen.

Trotz andauernder Corona-Krise hatten überall im Land die Gewerkschaften wieder dazu aufgerufen, den 1. Mai mit Kundgebungen zu feiern, so auch im Kreisverband Osterode. Der Kreisvorsitzende Klaus-Richard Behling hatte dazu in Osterode auf den Martin-Luther-Platz geladen und hatte zahlreiche Gastredner eingeladen.

Allen Rednern gemein war der Bezug der Lebens- und Arbeitswelt zur immer noch andauernden Corona-Zeit. Zu Beginn sprach der Pastor der Paulus-Gemeinde aus Bad Lauterberg, Andreas Schmidt.

Ihm folgte eine prominente Rednerin, Frauke Heiligenstadt MdL die ehemalige Kultusministerin aus Northeim, die kurzfristig für den verhinderten Osteroder Abgeordneten Karl Heinz Hausmann eingesprungen war. Sie nahm in ihrem Beitrag sehr oft auf das Motto der diesjährigen Maikundgebungen Bezug, „Solidarität ist Zukunft“ und mahnte uns alle, diese Solidarität in Zeiten von Corona auch zu leben.

Osterodes Bürgermeister Jens Augat sprach die Situation in Osterode speziell an und rief zur Solidarität mit denjenigen auf, die seit über einem Jahr in der Gesundheitsbranche gegen die Krise arbeiten. „Diese Menschen müssen besser bezahlt werden, Klatschen ist nicht genug“ so sein Credo.

Dr. Gans stellte die besondere Situation von Bad Lauterberg dar, welche mit den Wirtschaftsbereichen Einzelhandel und Tourismus ganz besonders in der gegenwärtigen Krise gebeutelt ist. In seiner Rede sprach er insbesondere das Instrument der Kurzarbeit an, das vielen Menschen den Job erhalten hat. Er sprach sich aber gleichermaßen dafür aus, dass Arbeitgeber verpflichtet werden sollten, dies bei Geringverdienern aufzustocken. Dr. Gans lobte gleichzeitig die Arbeitgeber dafür, die dies freiwillig getan hätten. Zudem dürften die Geringverdiener nicht dazu herangezogen werden, die Folgekosten der Pandemie bezahlen zu müssen. Die Gewerkschaften dürften in den nächsten Jahren für Geringverdiener keine Nullrunden in den Tarifverhandlungen akzeptieren. Genauso kann es nicht sein, dass Millionenbeträge vom Staat als Unterstützung an Unternehmen gezahlt werden und diese Unternehmen dann anschließend die höchsten Dividenden aller Zeiten ausbezahlen. Vielmehr sollten die Gewinner der Krise für diese Kosten herangezogen werden. Zudem sollten die Gewinner auch Investitionen in einen modernen Arbeitsmarkt (Digitalisierung, Familienfreundlichkeit, usw.) ermöglichen sowie in die Bildung im politischen und naturwissenschaftlichen Bereich. „Ich denke, dass das letzte Jahr in der Pandemie eindeutig aufgezeigt hat, dass die Bevölkerung in den Bereichen politische und naturwissenschaftliche Bildung Defizite aufweist“, so Dr. Gans.

Als Rednerin der eigentlichen Mairede knüpfte die Gewerkschaftssekretärin von Ver.di Julia Niekamp, an ihre Vorrednern an und münzte deren Feststellungen in Forderungen an Politik und Arbeitgeber um. Die Pandemie dürfe nicht einfach so hinter uns gelassen werden, vielmehr muss das, was sie uns aufgezeigt hat, in der Zukunft genutzt werden, um Missstände abzustellen und Arbeitssituationen eindeutig im Sinne von Arbeitnehmern und Bevölkerung zu verbessern. Nur so käme man wirklich zu mehr Solidarität.

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