Ein Ferienpark auf dem Schickertgelände

02. September 2016

„Jahrzehnte haben wir uns um eine neue Nutzung bemüht, nun ist es endlich gelungen“, sagt Bürgermeister Thomas Gans. Er steht auf dem ehemaligen Schickertgelände. Neben ihm stehen Rolie Tromp und dessen Finanzchef Aaldert van der Wal sowie der Lauterberger Architekt Thomas Petermann. Die beiden Niederländer vertreten die neue Gesellschaft „Ferienpark Oder Bad Lauterberg“. Diese Gesellschaft will hier 117 Ferienhäuser mit gehobener Ausstattung errichten.

„Wir werden das 11 Hektar große Gelände an die Gesellschaft verkaufen“, stellt Gans fest. Es habe ja schon viele Ideen und Investoren gegeben, nun aber stimmten Ideen und die Finanzierung, stellt der Bürgermeister fest. Geholfen hat dabei auch die Wirtschaftsförderung der EU. Es seien bereits Gutachter der Wirtschaftsförderung vor Ort gewesen und hätten das Projekt befürwortet, berichtet er weiter. Nun warten alle auf den entsprechenden Bescheid. Denn vorher darf die Gesellschaft als Bauherr nicht tätig werden. Allerdings hat der Rat schon mal den Bebauungsplan geändert, damit das Vorhaben gelingen kann.

Doch was ist hier genau geplant? 117 Ferienhäuser und ein Verwaltungsgebäude sind hier vorgesehen – auf dem gesamten Schickertgelände ohne das Gelände der ehemaligen Französischen Einheit. Das neue Verwaltungsgebäude soll etwa am jetzigen Eingang des Geländes entstehen. Die ein bis eineinhalbgeschossigen Gebäude sollen ökologisch auf Holzbasis errichtet werden mit viel Grün um die Häuser. „Es hätten auch 200 Häuser auf das Gelände gepasst, aber wir wollen Urlaub auf hohem Niveau ermöglichen“, betont Rolie Tromp. Er hat Erfahrung mit dem Bau von Feriensiedlungen in den Niederlanden. „Wir werden bauen, auch einige Häuser als Eigentum veräußern, den größten Teil aber behalten.“ Mit dem Betrieb wird eine Betreibergesellschaft beauftragt. „Das können andere besser als wir“, gibt Tromp offen zu. Und auf jeden Fall soll es einen Shuttle-Bus zur Innenstadt geben, „möglichst elektrisch“, sagt er.

Die einzelnen Gebäude für sechs, acht oder elf Personen, sollen „hell, freundlich und mit viel Glas“ gestaltet werden, erläutert Petermann. „Wir wollen keine dunklen Höhlen, sondern Ferienhäuser für Familien mit Kindern.“ Auch kleinere Gruppen können hier wohnen, etwa wenn über ein langes Wochenende Freunde kommen. Die können dann auch ein Doppelhaus mieten und die Zwischentür öffnen, sodass sie ein Haus für 16 Personen haben. Das ist dann aber schon die größte Einheit. „Wir wollen kein Hotel“, betont Tromp noch einmal. Das Vitamar und die „wunderschöne Stadt Bad Lauterberg“, die es ihm offenbar angetan hat, sollen sich gegenseitig ergänzen. Deshalb wird es auf dem Schickertgelände auch kein Schwimmbad geben.

Am liebsten würde Tromp schon mit Beginn des nächsten Jahres mit dem Bau der Anlage beginnen und es bis Weihnachten auch abschließen. Doch das bezeichnet er selbst als „sehr optimistisch“. Aber 2018 sollte die Anlage schon eröffnet werden. „Ob im Mai oder im September – das müssen wir dann sehen, wie es läuft.“ „Innovativ“ ist das Stichwort, das bei ihm immer wieder fällt. Die Ferienanlage soll „recourcen-schonend“ sein, den Strom will er möglichst selbst aus Sonnenenergie herstellen. Dass hier die Sonne ausgiebig scheint, will sie offenbar bei der Vorstellung der Pläne zeigen. Sie brennt an diesem Spätsommertag auf die Investoren und Planer herab.

Die Feriensiedlung soll nach Willen des Bürgermeisters besonders eng mit der Stadtmitte verknüpft werden. „Ich will kein Dorf im Städtchen“, sagt er. Deswegen wird es hier auch keinen Supermarkt oder ein Restaurant geben. Die Stadt will von den Gästen profitieren. Sie sollen Bad Lauterberg als Einkaufsstadt für sich entdecken, hier essen und ins Schwimmbad gehen, von hier aus ihre Ausflüge starten. Wenn die Bäcker oder Eisverkäufer die Feriengäste beliefern, haben alle Seiten etwas davon. Und die Gäste für 1032 Betten sorgen schon für mehr Wirtschaftskraft in der Stadt.

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