Ein Hauch von Hollywood auf der Königshütte

18. September 2020

Open-Air-Kinopremiere von "Berlin, Berlin - der Film" am Originalschauplatz: dem Gelände des Industriedenkmals Königshütte

Zum Tag des offenen Denkmals am 13. September umwehte ein Hauch von Hollywood das Gelände des Industriedenkmals Königshütte, wie es Bürgermeister Dr. Thomas Gans ausdrückte: denn der Förderkreis Königshütte hatte zusammen mit dem Stadtmarketing Bad Lauterberg eine Open-Air-Kinovorführung von "Berlin, Berlin - der Film" organisiert. Und das war gleich eine Weltpremiere, denn der 2018 gedrehte Film hätte in diesem Frühjahr in die Kinos kommen sollen, aber aufgrund der Corona-Pandemie gab es keinen Kinostart und so wurde er direkt auf Netflix veröffentlicht. "Für die Kinoleute ist das natürlich eine Katastrophe", erklärte Location Scout Andrea Giesel, die die Königshütte als Drehort entdeckt und vorgeschlagen hatte. Der Film nach der ARD-Kultserie spielt zwar, wie der Titel verrät, auch in Berlin, aber Hauptdarstellerin Felicitas Woll alias Lolle verschlägt es auf aberwitzige Weise in den Harz. Und zwar in ein fiktives Kaff "im östlichen Westharz", nämlich das Königshüttengelände. Eine große Rolle spielen auch die verschiedenen Gebäude dort, von der Mühle bis zur Gießereihalle und Maschinenhalle. Gans freute sich besonders, dass die Filmleute den Harz und besonders Bad Lauterberg als Drehort entdeckt haben, auch wenn zu seinem großen Kummer der Name des Ortes im Film "Schnitznitz" war - und nicht Bad Lauterberg. Dennoch: "Das macht unsere Stadt bekannter und vielleicht besucht uns der eine oder andere Zuschauer und Lolle-Fan einmal". Er hatte damals auch den Kontakt zur Drei-Länder-Initiative "Drehort Harz" hergestellt und die Berlinale besucht, um für Bad Lauterberg als Drehort zu werben - mit Erfolg, wie man nun sehen konnte. Location Scout Andrea Giesel zeigte sich begeistert von der Königshütte als Drehort, aber sie fand auch andere tolle Locations für das Filmteam: einige Szenen wurden oben auf dem Heikenberg gedreht, andere auf der Anhöhe bei St. Andreasberg und es gab zahlreiche Aufnahmen in den Harzer Wäldern. Es war übrigens nicht der erste Filmdreh in Bad Lauterberg, und es wird hoffentlich noch viele weitere geben, meint der Bürgermeister: "Ich hoffe, dass noch weitere Filmteams auf unsere Stadt aufmerksam werden, denn wir haben nicht nur aufregende Drehorte zu bieten, sondern auch die nötige Infrastruktur mit geeigneten Hotels - und viele engagierte Leute vor Ort, die Dinge möglich machen". So kommen zum Beispiel auch zwei Fahrzeuge, die im Film eine Rolle spielen, aus Bad Lauterberg: der Militärjeep des Sammlers Francois Röger, und der urige Traktor von Agrarmarkt Deppe.

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