Land präsentierte das Südniedersachsenprogramm in Einbeck

05. Februar 2015

Ministerpräsident Stephan Weil und Göttingens Landrat Bernhard Reuter haben heute offiziell das Südniedersachsenprogramm gestartet. In einer großen Runde mit 180 geladenen Gästen aus Politik, Forschung und Wirtschaft umriss Weil das Südniedersachsenprogramm, stellte die Stärken der Region heraus, zeichnete aber auch die Schwierigkeiten auf, die vor allem mit dem demografischen Wandel verbunden sind. Bad Lauterbergs Bürgermeister Dr. Thomas Gans war mit dabei, als Weil und Reuter im Einbecker "PS.Speicher" den symbolischen Startschuss für die nächste Phase des Programms für Südniedersachsen mit ihrer Unterschrift unter eine Vereinbarung setzten.

"Endlich gab es den Startschuss. Bisher wurde ja vor allem nur geredet", sagte Gans nach der Feier in Einbeck. Interessant sei es gewesen, die Handlungsfelder noch einmal konkret zu hören, die Förderschwerpunkt sein sollen. Aus Bad Lauterberger Sicht sei der "Gesundheits-Campus" interessant, der Ausbau des schnellen Internets, das Feld Recycling und natürlich der Tourismus.

Es habe in Südniedersachsen eine langsame Erosion gegeben, sagte der Ministerpräsident zu Beginn seiner Rede. Inzwischen werde die negative Bevölkerungsentwicklung in Südniedersachsen überall deutlich. Die jungen Leute ziehen weg, die Region droht zu überaltern. Dem wolle die Landesregierung mit dem Südniedersachsenprogramm begegnen. Neben der normalen Förderung sollen in die fünf Landkreise Holzminden, Northeim, Osterode, Goslar, Göttingen und die Stadt Göttingen bis Ende 2020 100 Millionen Euro zusätzlich an Fördergeldern fließen. Wenn man rechne, dass aus EU und weiteren Töpfen für Niedersachsen 5 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, erwarte er für Südniedersachsen, das zehn Prozent der Bevölkerung ausmache, rund 400 Millionen, rechnete Bernhard Reuter vor. Zusammen seien das 500 Millionen Euro. "Das ist schon eine beachtliche Summe."

Stephan Weil wollte aber den Fokus nicht zuerst auf die Fördergelder lenken, sondern betonte die Stärken der Region. "Mit Göttingen haben wir einen Wissenschaftsstandort von Weltruf, dazu eine leistungsfähige TU in Clausthal. Das ist eine gute Perspektive", sagte er. Ebenso könne sich die Wirtschaft sehen lassen. "Wir haben hier kleine und mittelständische Firmen, die auf ihrem Gebiet Weltmarktführer sind", stellte er heraus. Und auch die Natur mit ihrern großen Wäldern sei eine Stärke, die man nutzen könne (Tourismus).

Er habe ein großes Engagement in den Kommunen und bei allen Beteiligten gespürt, sagte der Ministerpräsident. Er sprach gar von einer Aufbruchstimmung. Allerdings sagte er auch, dass es sich hier um eine langfristige Aufgabe handele. Eine negative Entwicklung könne man nicht schnell umkehren. Deshalb werde ein langer Atem nötig sein, bis die Erfolge des Programms deutlich würden. "Es ist eine große Gemeinschaftsanstrengung nötig", sagte er. Es gebe schon intressante Projekte. "Dafür gibt es keinen Einsendeschluss", ermunterte er zu weiterer Kreativität.

Ähnlich äußerte sich auch Bernhard Reuter, der wie Weil an den Emslandplan der 1950er Jahre erinnerte. Dort habe man in 40 Jahren aus dem Armenhaus Niedersachsens durch gezielte Förderung eine Vorzeigeregion geschaffen. Allerdings hätten dort alle Beteiligten zusammengearbeitet. So könne man auch in Südniedersachsen mit einem starken Signal zu einer Aufbruchstimmung kommen, damit die Region in Südniedersachsen wieder den Anschluss an das Land bekomme. Schnell habe man in einigen Kommunen gelernt, über den Tellerrand hinwegzusehen und gemeinsam mit anderen Projekte zu entwickeln.

Dr. Thomas Gans freute sich nach der Veranstaltung, dass "Bad Lauterberg schon im Spiel" für Projekte sei. So habe er inzwischen einen guten Draht zum Südniedersachsenbüro in Göttingen. Während der Veranstaltung in Einbeck lud er erneut die Büroleiterin Dr. Ulrike Witt und die für die Kreise Osterode und Göttingen zuständige Mitarbeiterin Sandra Lindemann in die Kneippstadt ein. Diesmal möchte er das Industriedenkmal Königshütte vorstellen und versuchern herauszufinden, ob und was sich daraus entwickeln lassen kann.

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