Mit dem Bürgermeister zur KZ-Gedenkstätte
17. September 2016
Zusammen mit zwei Göttinger Studenten hat Bürgermeister Dr. Thomas Gans die Gedenkstätte des ehemaligen Außenlagers des KZ Mittelbau-Dora in Osterhagen besucht. Die beiden Studenten gehören zum Verein „Jugend für Dora“, der bereits im vergangenen Jahr eine „Fahne der Erinnerung“ in dem Bad Lauterberger Ortsteil aufstellen ließ.
Jugend für Dora ist ein internationaler Jugendverein, der sich vorrangig mit der Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers Mittelbau-Dora und seiner Außenlagerkomplexe auseinandersetzt. Katharina Friedek und Ansgar Quint sind Mitglieder in diesem Verein und hatten an der Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen ein Freiwilliges soziales Jahr geleistet. Obwohl beide nicht Geschichte studieren, hat sie das Thema des KZ in Nordhausen und seiner Außenlager nicht losgelassen. Sie möchten den Wunsch ehemaliger Häftlinge weiterverfolgen, dass die „Hölle von Dora“ niemals vergessen wird. Sie wollen gerne junge Leute für das Thema interessieren.
„Wie war das im Krieg hier“, wollten sie vom Bürgermeister wissen, der die Situation auch nur aus Erzählungen und aus historischen Schriften kennt. So berichtete er vom Bau der Helmketalbahn. Die Zwangsarbeiter, die diese Bahnstrecke für Rüstungsgüter bauen mussten, waren ein Jahr lang vor den Toren Osterhagens in Baracken untergebracht. Heute erinnert so gut wie nichts mehr an den Ort des Schreckens, nur ein Gedenkstein. Oder: Immerhin. Denn in den ehemaligen Rüstungsbetrieben Bad Lauterbergs, auf dem Schickert-Gelände oder dort, wo Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkrieges untergebracht waren, erinnert heute nichts mehr daran.
Gemeinsam mit Bürgermeister Gans überlegten die beiden Studierenden aus Göttingen, wie man sachgemäß an die damalige Zeit und ein Stück Stadtgeschichte erinnern kann um damit einen Beitrag zum Verständnis der Geschichte des Nationalsozialismus zu leisten. Gibt es Vereine, die das unterstützen würden? Gibt es Möglichkeiten mit Schulen zusammenarbeiten?
Katharina Friedek und Ansgar Quint, die auch Kontakt zu drei weiteren Gemeinden haben, in denen es KZ-Außenlager von Dora gab, wollen jetzt Vorschläge erarbeiten, die in ein Konzept einmünden sollen, wie man junge Leute für dieses Thema interessiert.
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