Mit Europaabgeordnetem Bernd Lange bei Exide

11. Februar 2016

Europaabgeordneter Bernd Lange (SPD) hat gestern zusammen mit Karl Heinz Hausmann und Bürgermeister Dr. Thomas Gans die Firma Exide Technologies in Bad Lauterberg besucht. Werkleiter Alvaro Camarillo und der für Europa zuständige Direktor für Umweltfragen des Konzerns, Karsten Kurz, führten eine rege Diskussion mit dem Gast aus Brüssel. Dabei ging es vorrangig um den Einsatz und die Wiederverwendung von Blei in Batterien. Es schloss sich eine Betriebsbesichtigung an. Für Thomas Gans war das nicht neu, denn er steht im regen Kontakt zu dem größten Arbeitsgeber der Stadt.

Zunächst stellte Werkleiter Camarillo das Unternehmen und die Bad Lauterberger Niederlassung vor, die mit 780 Mitarbeitern das größte Werk für Industriebatterien in Europa ist. Nach der Übernahme der Deta durch Exide gab es 2011 erhebliche Schwierigkeiten im Konzern, die inzwischen aber wieder überwunden sind. In der breiten Palette der Industriebatterien spielt der U-Boot-Bau wieder eine große Rolle. Eine neuentwickelte Batterie, die auch in Elektrofahrzeuge eingesetzt werden kann, liefert mehr Strom als bisherige Modelle. Die Konkurrenz aus Griechenland mit ihren niedrigen Preisen habe man durch hohe Qualität abhängen können. Neue Konkurrenz entstehe in Dubai, auf die man sich jetzt einzustellen versuche. Deshalb seien in Bad Lauterberg weitere Investitionen fest eingeplant, die vorrangig eine weitere Automatisierung zum Ziel haben.

Rund 27.500 Tonnen Blei verarbeitet das Werk pro Jahr. Und gerade das Blei war ein Thema, das die Firmenleitung gerne mit dem Europaabgeordneten besprechen wollte. Denn in Europa sollen nach der Altautorichtlinie eigentlich keine umweltgefährdenden Stoffe mehr verbaut werden. Doch da es für Starterbatterien keine wirkliche Alternative zur Bleibatterie gibt, auch andere Batterien nicht ohne Blei auskommen, gibt es Ausnahmen. Diese Ausnahmen werden regelmäßig überprüft.

Für die Bleibatterien spricht, dass sie zu 99 Prozent recycelbar sind. Und wenn die bleihaltigen Zellen eingebaut sind, geht auch keine Gefahr von den Batterien aus, berichtete Kurz. „Jedes E-Fahrzeug hat Bleibatterien an Bord“, erklärte er den erstaunten Besuchern, „für das Bordnetz und für die Überwachung der Lithium-Ionen-Batterien.“

Dass alle Hersteller gezwungen waren, einmal ihre Roh- und Schadstoffe zu analysieren und registrieren zu lassen, war gut, so Kurz. Bei der Analyse und beim Vergleich der Daten habe man sehr viel gelernt. Das 2006 im Chemikalienrecht eingeführte Zulassungsverfahren sei aber für den Einsatz von Blei eine Überregulierung, da durch Umweltschutzauflagen und Arbeitsschutzrichtlinien bereits alles geregelt sei. Deshalb plädierte er für eine Ausnahme beim Zulassungsverfahren für die Bleiverarbeitung zur Herstellung von Bleibatterien.

Das konnte Bernd Lange gut nachvollziehen, der selbst wir Kurz auf einer Esso-Tankstelle aufgewachsen ist. Er stimmte zu: „Wir brauchen beim Blei eine Ausnahme, wenn es in ein geschlossenes System eingebaut wird.“ Als Oldtimer-Liebhaber sei er mit dem Thema gut vertraut. Allerdings sei der Arbeitsschutz wichtig. Dann sehe er kein Problem. Es müsse sichergestellt sein, dass keine gesundheitsgefährdenden Stoffen entweichen könnten.

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