Rechte Demo: Bei Wiederholung Bevölkerung beteiligen

07. März 2016

Zufrieden mit dem Ablauf der Demonstrationen am Sonnabend hat sich Bürgermeister Dr. Thomas Gans am Montag im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern einer 10. Hauptschulklasse gezeigt. Abgesehen von ein oder zwei kleinen Scharmützeln sei alles friedlich verlaufen. Die Rechten hätten sich kaum bemerkbar machen können. Er selbst sei den ganzen Tag über vor Ort gewesen und könne das gut einschätzen.

Die Schülerinnen und Schüler wollten wissen, warum die rechten Demonstranten nach Bad Lauterberg gekommen waren. Darauf wusste Gans keine wirkliche Antwort, denn es gebe keinen konkreten Anlass dafür. Das sei vor acht Jahren anders gewesen, als es in der Stadt eine „rechte Szene“ gegeben habe. „Hier haben einige Neonazis in der Stadt gewohnt“, berichtete er. Heute sei nur noch ein Ratsherr der NPD übriggeblieben, – „und der macht nichts“.

Was wollen die Demonstranten? „Eigentlich wollen die unsere demokratische Grundordnung abschaffen“, erläuterte der Bürgermeister. Mit dem Führerprinzip wollten die Gruppierungen die Demokratie abschaffen und nach seiner Einschätzung diktatorische Verhältnisse schaffen. Deshalb sei es wichtig, wählen zu gehen, machte er deutlich. Denn: „Rechtsradikale gehen zur Wahl. Sie mobilisieren ihre Anhänger.“ Wer nicht zur Wahl gehe, unterstütze indirekt die radikalen Parteien. Denn die Parlamente würden prozentual nach der Stimmenzahl zusammengesetzt. „Viele Menschen glauben nicht, dass man die Demokratie abschaffen kann.“ Deshalb nähmen sie die Wahlen nicht so ernst. „Wir leben in einer Demokratie; deshalb geht es uns so gut“, sagte er.

Weiter hoffte Thomas Gans im Rückblick, dass die Demo der Rechtsradikalen eine einmalige Sache gewesen sei. „Bei einer Wiederholung werden wir die Bevölkerung beteiligen, um ein Gegenzeichen zu setzen.“ Die Menschen in der Stadt hätten vor den Rechtsradikalen genauso viel Angst wie vor den Linksradikalen.

Um zu zeigen, was Bad Lauterberg von der Fremdenfeindlichkeit hält, werde es im Sommer eine Veranstaltung im Kurpark geben, bei der es um die Begegnung der Kulturen gehe. Dabei sollten die Flüchtlinge und die Paten in die Planung und Gestaltung mit einbezogen werden. Bei dem „Happy-Flüchtlings-Day“ könne deutlich werden, wie gut in Bad Lauterberg die Flüchtlinge schon jetzt integriert seien, die vor Krieg und Gewalt „von zuhause abgehauen“ seien, um ihr Leben zu retten.

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