Verein soll Image des Harzes verbessern

22. September 2015

Zu einem Arbeitstreffen hatte Bürgermeister Dr. Thomas Gans gestern alle Hauptverwaltungsbeamten des Harzes nach Bad Lauterberg eingeladen. Und 40 Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister waren gekommen. Die erlauchte Runde beschloss auf ihrer zweistündigen Sitzung unter anderem, ihrer „Initiative Ein Harz“ die Rechtsform eines Vereins zu geben.

Bis zum November soll eine Arbeitsgruppe eine Vereinssatzung erarbeiten, die dann den Räten vorgelegt werden soll. Möglichst alle Kommunen sollen dem Verein beitreten. Aber auch Institutionen wie die IHK, die Handwerkskammer, der Harzer Tourismusverband, die drei Hochschulen des Harzes und der Arbeitgeberverband sollen Mitglieder des Vereins werden.

Ziel des Vereins ist es, die Kräfte des Harzes, der sich über drei Bundesländer erstreckt, zu bündeln. Der Harz soll als Wirtschafts- und Bildungsregion bundesweit wahrgenommen werden. Auch will man die Verkehrssituation weiter verbessern.

Alle fünf Landkreises, die zum Harz gehören, fühlen sich von ihren Landesregierungen etwas abgehängt. „Wenn sich nun aber die Abgeordneten aller Harzer Wahlkreise zusammentun und etwas bei der Bundes- oder ihrer Landesregierung erreichen wollen, hat das mehr Gewicht, als wenn jeder für sich alleine kämpft“, ist sich Goslars Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk sicher. Und sein Nordhäuser Kollege Dr. Klaus Zeh will den Autobahn-Harzring vervollständigen, um die Verkehrsanbindung zu verbessern. Wichtig sei auch, dass beispielsweise die Fahrkarten im öffentlichen Nahverkehr einheitlich gestaltet würden. Ein einheitliches Fahrkartensystem und abgestimmte Fahrpläne müssten endlich Realität werden. Während man in Teilen des Harzes als Tourist sehr günstig fahre, fehle dieser Komfort in anderen Kreisen.

Die Hochschulen im Harz ergänzen sich hervorragend, erklärte der Präsident der Hochschule Nordhausen, Professor Dr. Jörg Wagner. Denn Wernigerode/Halberstadt, Clausthal und Nordhausen hätten unterschiedliche Angebote, die von den Wirtschaftsunternehmen deutlich besser als bisher genutzt werden könnten.

Halberstadts Oberbürgermeister Andreas Henke war zum ersten Mal bei diesem 6. Treffen der Initiative. Er bestätigte der „Initiative Ein Harz“, dass sie inzwischen auch auf Landesebene wahrgenommen werde. So hätten sich kürzlich die Ländervertreter von Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt auf dem Brocken getroffen, um für die Initiative Ansprechpartner zu benennen. Thomas Gans hatte für dieses Treffen den Landesbeauftragten Matthias Wunderling-Weilbier eingeladen und seinen Kollegen vorgestellt.

Bei allen Bemühungen, das Image des Harzes nach draußen bundesweit zu verbessern, sieht der Bad Lauterberger Bürgermeister ein weiteres Problem: „Die Harzer sprechen nicht positiv über den Harz“, stellte er fest. Das müsse sich ändern. Es müsse ein Harzer Selbstbewusstsein wachsen.

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