Vitamar bleibt Bad Lauterberg erhalten
02. Juli 2016
Das Hallenwellenbad Vitamar bleibt der Stadt erhalten. Das ist das Ergebnis eines Anteilstauschs der Harz Energie und der Stadtwerke Bad Lauterberg. Die Harz Energie wird die Strom- und Fernwärmeversorgung sowie das Versorgungsnetz übernehmen, von der ihr ohnehin schon 49 Prozent gehörten. Die Stadt behält die Bädersparte, bekommt im Gegenzug von der Harz Energie Anteile von insgesamt 1,74 Prozent.
Ausführlich erklärten Bürgermeister Dr. Thomas Gans und von der Harz Energie die Geschäftsführer Dr. Hjalmar Schmidt, Konrad Aichner und Dirk Schaper (Stadtwerke) den „Deal“, der übrigens auch von der Belegschaft der Stadtwerke getragen wird.
Grund für den Anteilstausch sind die Verluste des Hallenwellenbades Vitamar. Wie Thomas Gans betonte, sind Verluste für öffentliche Bäder nicht ungewöhnlich. „Ich kenne kein öffentliches Bad, das ohne Verluste auskommt.“ Vor 12 Jahren hatte die Stadt Bad Lauterberg bereits knapp die Hälfte der Stadtwerke (49 %) an Harz Energie verkauft. „Da ist wirklich Geld geflossen“, so der Bürgermeister. Dieses Geld hätten die Stadtwerke zurückgelegt und damit die jährlichen Verluste gedeckt, damit für die Stadt keine Kosten entstehen. Inzwischen sei die Rücklage aber so gut wie aufgebraucht.
Das hätte bedeutet, das ab dem kommenden Jahr die Stadt den Verlust des Bades hätte ausgleichen müssen. Um nicht nur für die kommenden 12 Jahre die Verluste aus dem Bäderbetrieb decken zu können, sondern langfristig eine Perspektive zu bekommen, hat die Stadt nun nicht den zweiten Teil der Stadtwerke verkauft, sondern die jetzige Lösung gewählt: Die Stadtwerke beteiligen sich an Harz Energie und hoffen, dass die Gesellschaft – wie in der Vergangenheit – deutliche Gewinne ausschütten kann. Dieses Geld fließt – vertraglich abgesichert – direkt in die neue Badgesellschaft Stadtwerke Bad Lauterberg. Voraussichtlich werden die Ausschüttungen mehr als die Hälfte des Defizits ausgleichen können, so dass die Stadt aus ihrem Haushalt deutlich weniger an Zuschuss zahlen muss.
Wie Dr. Hjalmar Schmidt von Harz Energie ebenfalls betonte, handelt es sich bei dem Geschäft nicht um einen Verkauf, sondern um einen Anteilstausch. Die aus den Stadtwerken hervorgegangene Netz- und die Energie GmbH würden hundertprozentige Töchter von Harz Energie. Er erwarte daraus eine Vergrößerung des Geschäftsfeldes und Synergieeffekte, also Einsparungen in der Verwaltung. Mit dem Betriebsrat sei aber schriftlich fixiert worden, das keiner der 30 Mitarbeiter der Stadtwerke Bad Lauterberg entlassen werde. „Es gibt keine Entlassungen, der Standort Bad Lauterberg bleibt und auch die Ansprechpartner für die Bad Lauterberger Kunden werden in der Bahnhofstraße sitzen. Nach außen bleibt es wir gehabt“, sagte Schmidt.
Bürgermeister Gans stellte noch einmal die Bedeutung des Vitamars für die „Tourismusdestination Bad Lauterberg“ heraus. Als Bäderstadt brauche man das Hallenbad. Das würden auch die Hotelbetreiber so sehen. In den Hotelpreisen großer Häuser sei der Eintrittspreis für das Vitamar schon enthalten. „Wir brauchen diese Infrastruktur“, betonte er.
Um das Bad auch in Zukunft attraktiv zu halten, werde wie bisher regelmäßig investiert, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Dirk Schaper. So sei beispielsweise im vergangenen Jahr ein Teil der Rutsche saniert worden, in diesem Jahr sei der zweite Teil im Gespräch. Und auch in die Technik müsse regelmäßig investiert werden, um das 40 Jahre alte Bad auf dem neuesten Stand zu halten. Derzeit besuchen nach Schapers Angaben jährlich rund 180 000 Besucher das Bad der Kneippstadt.
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