Warum sind Sie Bürgermeister geworden?

09. März 2016

Eine 10. Klasse der KGS hat kürzlich Bürgermeister Dr. Thomas Gans getroffen. Dabei nutzten die Schülerinnen und Schüler ganz eifrig die Gelegenheit, Informationen aus erster Hand zu bekommen. So wollten sie wissen, warum Thomas Gans Bürgermeister geworden ist, was er in der Stadt erreichen wolle und warum er die Schule in Barbis schließen will. Auch die Kindertagesstätten und der Jugendraum waren Themen.

Schon als 16-Jähriger sei er politisch interessiert gewesen und habe „Politik für junge Leute“ machen wollen, erzählte Gans. Als er vor viereinhalb Jahren zum Bürgermeister gewählt wurde, hatte der das Ziel, „den jahrelangen Stillstand“ der Stadt zu beenden und den massiven Einwohnerverlust zu stoppen. In den 1970er-Jahren habe die Stadt noch 15000 Einwohner gezählt, jetzt seien es nur noch 11000. Das sei alarmierend. „Selbst wenn wir jedes Jahr 100 Flüchtlinge aufnehmen würden, würde die Einwohnerzahl nicht steigen, nur nicht mehr sinken“, machte er eine Rechnung auf. Wegen der vielen leer stehenden Wohnungen sei bisher die Integration der Flüchtlinge sehr gut gelungen. In Orten, in denen Wohnungen knapp seien, funktioniere die Integration längst nicht so gut.

„Soll die Lutterbergschule ein Flüchtlingsheim werden?“, fragte ein Schüler. „Nein“, antwortete der Bürgermeister eindeutig. Dort solle demnächst das Job-Center des Landkreises untergebracht werden, den Rest der Räume wolle er vermieten. Eventuell soll es in einigen Klassenräumen später einmal Sprachförderung geben.

„Warum wird die Grundschule in Barbis geschlossen?“, war eine weitere Frage. Bürgermeister Gans antwortete zunächst mit einem Satz: „Weil es nicht genügend Kinder in der Stadt gibt.“ Doch dann erklärte er die Zusammenhänge sehr ausführlich, nämlich dass es Ziel sei, in der Schule am Hausberg eine zentrale Grundschule mit einer sehr guten Ausstattung zu schaffen. Er gestand, dass er zunächst an das Gebäude der Lutterbergschule gedacht habe, die sich seiner Meinung noch besser geeignet hätte. Doch nun bekomme die Grundschule am Hausberg mit ihren 15 Klassen- und 12 Gruppenräumen auch noch eine neue Mensa und eine Sporthalle.

In das Grundschulgebäude in Barbis soll im kommenden Sommer die Kindertagesstätte aus der Aue einziehen, die dort auch deutlich verbesserte Bedingungen haben werde: großer Garten, alles ebenerdig und vor allem eine eigene Turnhalle. Davon werde der andere Kindergarten in Barbis auch weiterhin profitieren.

„Bleibt der Jugendraum in der Hausbergschule?“ „Solang es eine Nachfrage gibt, wird es den Jugendraum dort geben“, beantwortete Thomas Gans die besorgten Fragen der Schüler. Er selbst habe den Jugendraum in Barbis eröffnet, der aber inzwischen mangels Nachfrage von Jugendlichen wieder geschlossen worden sei. Ein Schüler bemängelte die Ausstattung des Jugendraumes. Das führte dazu, dass der Bürgermeister die Frage umdrehte: „Was ist euch lieber: Ein Jugendraum mit besserer Ausstattung oder mehrere Jugendräume im Stadtgebiet?“ Die Meinung war recht deutlich: Ein großer, gut ausgestatteter Jugendraum ist der Favorit. Obwohl: Eine Schülerin bemängelte, dass man nach 18 Uhr nicht mehr mit dem Bus nach Bartolfelde komme. Deswegen werde sie den Jugendraum nicht besuchen können. Es müsse also eine spätere Busverbindung angestrebt werden, stellte Gans fest.

Die Schülerinnen und Schüler fühlten sich offenbar vom Bürgermeister der Stadt ernst genommen und wollten gerne auf sein Angebot eingehen, noch einmal wiederzukommen. Auch interessierte es einige, wie man sich ganz praktisch als Jugendlicher politisch engagieren kann. Sie wollen sich demnächst eine öffentliche Ratssitzung ansehen.

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