Was machen wir künftig mit dem Klärschlamm?

17. September 2018

Bisher bringt der Abwasserverband Bad Lauterberg und Umgebung seinen Klärschlamm auf benachbarten Feldern auf. Die Landwirte nehmen ihn gern als Dünger. Doch wie lange wird das möglich sein? Diese Frage beschäftigt Dr. Thomas Gans als Vorsteher des Abwasserverbandes seit einiger Zeit. Kürzlich war er mit Kollegen aus Osterode in Bayern, um sich über technische Lösungen zu informieren.

Auf die Situation, dass der Klärschlamm nicht mehr als Dünger auf die Felder gebracht werden kann, will Gans vorbereitet sein. Es kann sein, dass die Anforderungen an auszubringenden Klärschlamm größer werden oder dass die Belastung mit Harzer Schwermetallen einfach zu hoch wird. So wie etwa in Osterode. Bisher lässt die Stadt Osterode ihren Klärschlamm zur Verbrennung nach Hamburg bringen. Das ist teuer und belastet wegen der Transporte die Umwelt.

Deshalb waren die Abwasserexperten aus Osterode und Vorsteher Gans mit seiner Klärwerksmeisterin Franka Humm in Bissingen, um dort eine Versuchsanlage zu besichtigen. In dieser Anlage wird der Klärschlamm getrocknet. Klärschlamm ohne Wasser ist leichter und einfacher zu transportieren. In der Anlage werden aus dem Schlamm Pellets hergestellt, die nicht mehr stauben. Das hat den Vorteil, dass die Mitarbeiter zum Beispiel keine Staubmasken tragen müssen.

Produziert werden die Pellets, indem der Schlamm mit 300 Grad heißer Luft getrocknet wird. Dadurch bleibt nur noch ein Bruchteil des Gewichts übrig. Allerdings muss ordentlich Energie zugeführt werden, um die Trockenluft anzuheizen. Wo soll die Energie herkommen? Die beim Klärprozess entstehenden Gase reichen dafür nicht, stellte Gans fest. Er hatte die Idee, dass man einen Pelletofen mit den Klärschlamm-Pellets betreibt, also den Klärschlamm nach Trocknung selbst verbrennt. Doch bei den Gesprächen im bayerischen Bissingen wurde seine Begeisterung gedämpft. Denn der pelletierte Klärschlamm müsste als Brennstoff zugelassen werden. Und das ist aufwendig und kostenintensiv.

Noch sind die Informationsreisenden aus Osterode und Bad Lauterberg nicht am Ende ihrer Überlegungen. Denn wenn man Klärschlamm trocknen will, müsste die Trocknungsanlage möglichst rund um die Uhr arbeiten. Dafür reicht aber in beiden Betrieben die Menge des anfallenden Klärschlamms nicht. Gut wäre eine Zusammenarbeit mit anderen Abwasserverbänden in der Region. Deshalb sind die Planungen noch nicht abgeschlossen.

Übrigens klärt der Abwasserverband Bad Lauterberg in der Scharzfelder Anlage Abwässer aus Bad Lauterberg, Scharzfeld, Bad Sachsa, Steina und St. Andreasberg.

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